Klinik Dr. Franz Dengler – Eine bewegte Geschichte

1890: Die Anfänge – Das erste private Sanatorium in Baden-Baden

Mit der Eröffnung des „Sanatoriums Baden-Baden“ in der Bernhardstraße entsteht die erste private Heilanstalt der Stadt. Der holländische Kaufmann Max le Maistre errichtet das Gebäude, das Kurgästen nicht nur medizinische Betreuung, sondern auch den Komfort eines Hotels bietet. Die ärztliche Leitung übernehmen Dr. Anton Frey und Dr. William Henry Gilbert.

1892: Ein Rückschlag und ein Neuanfang

Nach der Insolvenz des ersten Sanatoriums lassen sich Dr. Frey und Dr. Gilbert nicht entmutigen. Sie gründen an der Albrecht-Dürer-Straße ein neues Sanatorium, das bald floriert und stetig wächst.

1896: Expansion – Ein kleines Gesundheitsviertel entsteht

Das Sanatorium wächst weiter und umfasst nun mehrere Gebäude:

  • Das „Schweizer Haus“ (Albrecht-Dürer-Straße 3)
  • Ein Wohnhaus (Albrecht-Dürer-Straße 6)
  • Die „Turm-Villa“ (Hochstraße 2)

Mit den Jahren entwickelt sich ein kleines medizinisches Viertel, das durch prominente Gebäude ergänzt wird – darunter das einstige Landhaus von Königin Viktoria von England.

1902–1906: Neubauten und internationale Anerkennung

Das Sanatorium erhält mit den Neubauten an der Kapuzinerstraße ein modernes Gesicht. Besonders das „Haus Baden“, geplant vom renommierten Architekturbüro Scherzinger, zieht internationale Gäste an. Am 1. Mai 1906 wird die neue Anlage feierlich eröffnet.

1910: Dr. Franz Dengler prägt die Zukunft

Mit dem Einstieg von Dr. Franz Dengler, der die Anteile des verstorbenen Dr. Gilbert übernimmt, beginnt eine neue Ära. Das Sanatorium wird in „Sanatorium Dr. Frey-Dengler“ umbenannt.

1914–1919: Erster Weltkrieg – Eine Zäsur

Während des Ersten Weltkriegs dient das Sanatorium als Reservelazarett. Nach Kriegsende kehrt es 1919 in den zivilen Betrieb zurück und etabliert sich als exklusive Heilanstalt im Stil eines First-Class-Hotels.

1939–1945: Zweiter Weltkrieg und Fremdnutzung

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wird das Sanatorium geschlossen. Ab 1941 dient das Gebäude als Offizierslazarett der Wehrmacht. Nach der Einnahme Baden-Badens durch die französischen Truppen 1945 wird es als „Hospital Pierre Mourier“ weitergenutzt.

1956: Rückgabe – Ein Neuanfang in Trümmern

Nach Jahren der Besetzung geben die französischen Streitkräfte das Anwesen an die Erbengemeinschaft zurück – jedoch in stark beschädigtem Zustand.

1961–1962: Wiederaufbau und Neugründung

Mit der Gründung der offenen Handelsgesellschaft „Sanatorium Dr. Franz Dengler“ beginnt eine neue Ära. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten öffnet das Sanatorium im Sommer 1962 wieder seine Türen, die offizielle Einweihung erfolgt am 3. Juni 1962.

1963–1985: Modernisierung und medizinischer Fortschritt

  • 1963: Dr. Bernd Karstens übernimmt die Leitung und modernisiert die Klinik.
  • 1969–1974: Das „Haus Merkur“ wird eröffnet. Neue Gemeinschaftsräume, eine Badeabteilung und ein Thermalwasserschwimmbad entstehen.
  • 1983: Die Einrichtung erhält ihren heutigen Namen: „Klinik Dr. Franz Dengler“.
  • 1985: Nach dem Ruhestand von Dr. Karstens übernimmt Dr. Hermann Schönthal die Leitung.

1992–2003: Ausbau und neue Impulse

  • 1992: Dr. Uwe Stülb führt eine orthopädische Abteilung ein.
  • 1993–2003: Geschäftsführer Ulrich Thieleker modernisiert die Klinik umfassend: Die Eingangshalle wird renoviert, eine Cafeteria eingerichtet und die Abteilungen für Krankengymnastik und Ergotherapie erweitert.

2005: Eine neue Ära beginnt

Mit Dr. Norbert Ursel als Chefarzt der orthopädischen Abteilung und Dr. Klaus Funke als Leiter der Inneren Abteilung beginnt eine Phase der Weiterentwicklung.

2014: Wechsel in der medizinischen Leitung

Dr. Norbert Ursel übernimmt nun die Gesamtverantwortung für den medizinischen Bereich der Klinik und wird zum Ärztlichen Direktor ernannt. Seither prägt er maßgeblich die medizinische Ausrichtung und Weiterentwicklung der Klinik.

2017: Innovation und Ausbau – Haus Falkenstein

Am 20. September 2017 wird der Neubau Haus Falkenstein feierlich eröffnet. Das in moderner Holzbauweise errichtete Gebäude gilt als Vorreiterprojekt und vereint Nachhaltigkeit mit ansprechender Architektur. Es erweitert nicht nur das Angebot an hochwertigen Patientenzimmern, sondern bietet auch neue Gruppenräume für Therapie und Austausch.

Unter der Leitung von Dr. Ursel wird zudem das Angebot an modernen Schmerztherapien kontinuierlich ausgebaut.

2022: Neue Führung in der Orthopädie

Seit 2016 ist Klaus Anspach als Oberarzt in der Klinik tätig. 2022 wird er zum zweiten Chefarzt der Orthopädie ernannt.

2023: Ein Wendepunkt – Der Übergang in eine Stiftung

Am 5. März 2023 verstirbt Monika von Liebieg, die Urenkelin von Dr. Franz Dengler. Ihr Tod markiert eine bedeutende Veränderung: Die Klinik geht in die Dr. Franz Dengler-Stiftung über. Im März 2024 wird Thomas Herrmann als neuer Geschäftsführer ernannt, während der bisherige Geschäftsführer Arnd Fliescher die Klinik Ende Juni 2024 verlässt.

2024:  Strategische Neuausrichtung

Unter der neuen Geschäftsführung werden grundlegende Veränderungen umgesetzt:

  • Die Abteilung Psychosomatik wird geschlossen – die Klinik konzentriert sich fortan vollständig auf die Orthopädie.
  • Das orthopädische Reha-Angebot wird erweitert: Psychologische Beratung, Gesundheits-Check-ups und spezielle Gesundheitstage ergänzen nun das Portfolio.
  • Ein umfassendes Sanierungs- und Renovierungsprogramm wird beschlossen und befindet sich seitdem in der Umsetzung.
  • Die Klinik tritt dem Online-Portal qualitätskliniken.de bei, auf dem regelmäßig Patientenbewertungen veröffentlicht werden.
  • Eine erfolgreiche Rezertifizierung bestätigt die hohe medizinische Qualität der Klinik.

Heute: Die Klinik Dr. Franz Dengler als führende Fachklinik für Orthopädie

Die Klinik vereint die Tradition der Heilkunst mit modernen medizinischen Erkenntnissen. Ihr Fokus liegt auf:

  • Prävention
  • Rehabilitation
  • Anschlussheilbehandlung
  • Individuellen Gesundheitsprogrammen

Im Mittelpunkt steht dabei stets der Mensch – mit seiner persönlichen Krankheitsgeschichte, seinen individuellen Erwartungen an die Behandlung und der psychischen Verarbeitung von Krankheit und Heilungsprozess.